Armut bedeutet mehr, als wenig Geld zu haben oder hungern zu müssen.
Sie beraubt Menschen ihrer materiellen Unabhängigkeit und damit auch
der Freiheit, selbst über ihr Schicksal entscheiden zu können. In
der Statistik wird Armut über das Einkommen definiert: Als absolut arm
gilt, wer weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Und
das sind heute rund 1,2 Milliarden Menschen, also jeder fünfte Mensch.
Auf dem UN-Milleniumsgipfel in Johannesburg wurde 2002 beschlossen den
Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen bis 2015 zu halbieren
(Basisjahr 1990).
Auf allen Kontinenten gibt es reiche und arme Länder und Regionen.
Allerdings gibt es unterschiedliche Formen von Armut, da Armut
abhängig von den jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist. So ist Armut in Deutschland
anders als Armut in Entwicklungsländern. Und wenn man Armut als
extreme Ausprägung sozialer Ungleichheit begreift, gerät das
Wirtschafts- und Gesellschaftssystem als eigentlicher Auslöser in den
Blick.
Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesrepublik Deutschland von 2008 belegt, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft weiter geöffnet hat. Nicht nur bei Einkommen und Vermögen wächst die Ungleichheit.
Etwa 1o Millionen Menschen (13 Prozent der Bevölkerung) in Deutschland leben in Armut. In Schleswig-Holstein sind rund 74.000 Kinder (17,6 Prozent) arm. Armut wirkt sich auch deutlich auf den Gesundheitszustand der Kinder aus, vor allem dann, wenn Armut kein Übergangsphänomen ist, sondern dauerhaft besteht.