Thema: Migration
Magnus Wessel (Kl.8): Schattenflucht
Seit Beginn seiner Existenz ist der Mensch in Bewegung. Über die Jahrtausende gab es immer wieder große Völkerwanderungen. Mit dem Fortschreiten der Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert verändert sich jedoch die Qualität der Wanderungs- und Flüchtlingsbewegungen auf der Erde. Im Jahr 2010 zählt die Weltbank weltweit 215,8 Millionen MigrantInnen. Von Migration sind alle Länder betroffen und überall nehmen die Wanderungsbewegungen zu. Vor allem innerhalb der sogenannten Entwicklungsländer. Trotz des enormen Einkommens- und Vermögensgefälles zwischen den nördlichen und südlichen Staaten findet mehr als die Hälfte der Migration innerhalb des Südens statt. Dabei bewegen sich laut Weltbank etwa 43 Prozent von einem Entwicklungsland in ein anderes.
Menschen suchen jenseits der Grenzen ihres Herkunftslandes einen Arbeitsplatz und eine Existenzgrundlage für sich und ihre Familien. Menschen sind gezwungen, zum Beispiel auf Grund von politischer Verfolgung, religiöser, rassistischer, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und verschlechterten Umweltbedingungen zu fliehen. In vielen Fällen der Arbeitsmigration verlässt nur eine Person der Familie das Land, um dann Geld zu verdienen und zu überweisen. Im Jahr 2010 beträgt die Summe der weltweiten Überweisungen an Familien in der Heimat 440,1 Milliarden Dollar und übertrifft damit die Summe der weltweiten Entwicklungshilfe.
Erschwert wird Migration vor allem durch Staaten, die sich über ihre Verpflichtungen aus dem internationalem Flüchtlingsrecht (z.B. Genfer Flüchtlingskonvention) hinwegsetzen. Flüchtlingen droht beispielsweise beim Scheitern der Migration die Zwangsrückführung in Staaten, in denen sie schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Es drohen willkürliche Inhaftierungen und Gewaltakte an der Person. So hat beispielsweise Italien mit Libyen einen Vertrag für die Ausweisung von MigrantInnen abgeschlossen, obwohl Libyen die Genfer Flüchtlingskonvention nicht anerkannt hat.
Migration betrifft auch Deutschland. Ende 2008 hat Deutschland laut UNHCR 582.700 Flüchtlinge aufgenommen. Damit steht Deutschland in der weltweiten Statistik auf Platz vier nach Pakistan, Syrien und Iran. Im Jahr 2009 lebten laut Statistischem Bundesamt 15,7 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund, davon 6,9 Millionen Ausländer in Deutschland. In Schleswig-Holstein lebten 2009 358.000 Personen mit Migrationshintergrund.