Nein zum Krieg

1. Februar 2018
 
NEIN ZUR KRIEGSHETZE

Der von Präsident Erdoğan im Vorfeld mehrfach angekündigte Angriff der türkischen Armee auf Afrin, der am 20. Januar begann, geht unter Duldung der westlichen Länder und Russlands unvermindert weiter. Ermuntert durch die Haltung auch der Bundesregierung und unter Einsatz von Leopard-Panzern aus Deutschland, erweitern die türkischen Streitkräfte ihre Luftangriffe und das Operationsgebiet der Bodentruppen. Mittlerweile erklären Erdoğan und sein Generalstabchef, dass die Operation örtlich und zeitlich unbegrenzt sei.

Die türkischen Streitkräfte werden dabei von Einheiten der „Freien Syrische Armee“ unterstützt, in der mehrere fundamental-islamistische Kräfte zusammengeschlossen sind.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und UNICEF befürchten, dass sich die Zahl der getöteten Zivilisten, auch von Kindern, nach Ausweitung der Kämpfe auf bisher vom Krieg verschonte Gebiete sprunghaft erhöhen könnte; betroffen sind neben Kurden und Arabern vor allem christliche und jezidische  Minderheiten, die in dieser Region leben.

Die AKP-Regierung versucht nun mit Hilfe von fanatisierten Massenmedien alle Kritiker des Krieges, genauso wie alle anderen Oppositionelle, als „Unterstützer der Terroristen“ zum Schweigen zu bringen: neben zahlreichen Gewerkschaftern und Journalisten wurden zuletzt alle Mitglieder des Zentralrats des Türkischen Ärzteverbands festgenommen, der in einer Erklärung ein Ende der Kriegshandlungen gefordert hatte.

Deniz Yücel hat inzwischen klargestellt, dass er einen schmutzigen Deal, wie „Nachrüstung von deutschen Panzern gegen seine Freilassung“ ablehnt; dies führte zumindest dazu, die geplante Nachrüstung zu verschieben.

Das KulturForum hat bereits in einer Presseerklärung am 21. Januar das sofortige Ende der Kriegshandlungen gefordert; es heißt darin u.a.:

„Die großangelegte Offensive auf das überwiegend kurdisch bewohnte Gebiet im Nordwesten Syriens, die am Samstag, dem 20. Januar, mit Luftschlägen begann, wird mit dem Einmarsch von Panzereinheiten und Bodentruppen fortgesetzt und erweitert.

Das KulturForum TürkeiDeutschland ist auf der Seite der Zivilbevölkerung und fordert den sofortigen Stopp aller Kriegshandlungen.

Wir appellieren an die Bundesregierung und an alle europäischen Länder, Russland und die USA, alles in ihrer Macht stehende zu tun, vor allem die Rüstungslieferungen in das Gebiet zu stoppen, damit ein weiterer Verlust von Menschenleben vermieden werden kann und unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten nicht erneut zur Flucht gezwungen werden.

Nein zum Krieg – Frieden, jetzt!“ Köln, den 21. Januar 2018

 
Sprechstunden für politisch Verfolgte

Das KulturForum bietet im Rahmen eines Projektes, das vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW gefördert wird, in seinen Büroräumen Sprechstunden für Menschen an, die aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen mussten. Besondere Sprechstunden mit erfahrenen Experten finden bis auf weiteres für AkademikerInnen dienstags 12.00 bis 14.00 Uhr und für KünstlerInnen und JournalistInnen u.a. 14.00 bis 16.00 Uhr statt.

Telefonische Terminvereinbarung bitte unter: 0221 – 120 90 68-0 Oder mit Mail an: info@das-kulturforum.de

B e n e f i z – T a l k  f ü r  d e n  R e c h t s h i l f e f o n d s

mit Prof. Dr. Frank Überall, Vorsitzender des DJV, und Ralf Kabelka

 
Save the Date – Save the Date – Save the Date – Save the Date – Save the Date

Aslı Erdoğan
Freitag, 02.02.2018, 20.00 Uhr

Thalia Theater – Gaussstraße Hamburg

Artist at Risk – mit Aslı Erdoğan

Im Rahmen von Artist at Risk, einer Initiative des Deutschen Bühnenvereins, des Goethe-Instituts und des ifa, die sich an türkische Theaterschaffende richtet, die aufgrund ihres Engagements für Demokratie und Zivilgesellschaft in den Fokus staatlicher Beobachtung/Repression geraten, wird die türkische Schriftstellerin Aslı Erdoğan diskutieren mit Marina Davydova (Künstlerische Leiterin Moskauer NET-Festival und Herausgeberin der Theaterzeitschrift Teatr), Oliver Frljić (Kroatischer Theaterregisseur), Necati Öziri (Autor und Leiter Internationales Forum, Berliner TT) und Yeşim Özsoy (GalataPerform Istanbul).

Die Keynote und Moderation übernimmt der Dramaturg und Autor Alexander Kerlin.

Transorient Orchestra
 
Donnerstag, 08.02.2018, 20.00 Uhr

Ringlokschuppen Am Schloß Broich 38 45479 Mülheim an der Ruhr

Das Transorient Orchestra lässt den Soundtrack des Ruhrgebiets erklingen.

In der aktuellen Besetzung unter der Leitung von Andreas Heuser spielen Musiker*innen zusammen, die ihre kulturellen Wurzeln in Deutschland, der Türkei, dem Iran, Tunesien und Syrien haben: Santur, Ud, Ney und Darbuka im kreativen Dialog mit Bigband-Bläsersätzen, Gitarre, Bass, Violine und Schlagzeug, ergänzt durch arabischen und türkischen Gesang.

Siehe auch: http://www.ringlokschuppen.ruhr/produktionen/spielzeit-2017-2018/konzerte-17-18/bretter-die-die-welt-bedeuten/transorient-ensemble

Paris, 10. Februar 2018: Konzert für Demokratie und Menschenrechte mit Aslı Erdoğan, Can Dündar, Pınar Selek u.a.
 

Navid Kermani
 
Entlang den Gräben – Navid Kermani im Gespräch

Sonntag, 18.02.2018, 20.00 – 21.30 Uhr

Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20 51063 Köln

Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermani, seit 2018 im Beirat des KulturForums, beschreibt es in seinem neuen Buch „Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“. Entlang den Gräben ist er gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, der Heimat seiner Eltern. Er hat die Trümmer zerstörter Kulturen und die Spuren alter wie neuer Verwüstungen gesehen. Vor allem hat er Menschen getroffen, die innerlich zerrissen sind, weil sie sich auf der Suche nach Heimat und Wohlstand auf eine Seite schlagen müssen. Navid Kermanis Gesprächspartner ist Norbert Lammert, bis zum Sommer 2017 Präsident des Deutschen Bundestages.

Moderation: Joachim Frank, Kölner Stadt-Anzeiger

Eine Veranstaltung des Literaturhaus Köln in Kooperation mit dem Schauspiel Köln.

Doğan Akhanlı
 
Buchpremiere – Doğan Akhanlı „Verhaftung in Grenada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?“

Montag, 19.02.2018, 19.30 Uhr

Literaturhaus Köln Großer Griechenmarkt 39 50676 Köln

Eintritt 5,- / 7,- Euro

Am 19. August 2017 wurde Doğan Akhanlı in Granada verhaftet: Spanische Polizisten holten ihn frühmorgens aus dem Bett seines Hotelzimmers. Nicht zum ersten Mal. Wie in einem Zeittunnel durchlebte Doğan Akhanlı erneut die Monate im Gefängnis von Istanbul, nachdem er im August 2010 bei einer Reise zu seinem Vater inhaftiert worden war. Der absurde Vorwurf, er sei an einem Raubüberfall beteiligt gewesen, hatte 2010 vor Gericht keinen Bestand. Der Freispruch wurde allerdings wieder aufgehoben und über Interpol ein Haftbefehl verbreitet. Aus Spanien konnte Doğan Akhanlı erst im Oktober 2017 heimreisen. Albrecht Kieser, Recherche International, spricht mit Doğan Akhanlı über seine Erfahrungen und über seine Sorgen um seine Schicksalsgenossen, wie etwa Deniz Yücel.

Jörg Hustiak liest aus „Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Köln mit dem KulturForum TürkeiDeutschland, Recherche International und Kiepenheuer & Witsch.

„Mutter Courage und ihre Kinder

Dienstag, 13.02.2018, 20.00 Uhr

Thalia Theater Großes Haus Alstertor 20095 Hamburg

Kreuz und quer durch Europa zieht Mutter Courage mit ihren Kindern den Truppen des Dreißigjährigen Krieges hinterher, um ihre Geschäfte mit dem Krieg zu machen. Um ihn zu überleben, um an ihm zu gewinnen und am Ende doch fast alles zu verlieren.

Die Aufführung „Mutter Courage und ihre Kinder“ (Regie: Phillip Becker) erfolgt mit türkischen Übertiteln. Im Vorfeld der Vorstellung wird es um 19.30 Uhr im Mittelrangfoyer eine zweisprachige Einführung zu der Inszenierung geben sowie im Anschluss an den Theaterabend einen Empfang im Nachtasyl, zu dem die Hauptdarstellerin Gabriela Maria Schmeide erwartet wird.

Dr. Ali Kemal Gün ist Psychologischer Psychotherapeut, Lehrbeauftragter, Fachbuchautor und Integrationsbeauftragter mit dem Arbeits- und Forschungsschwerpunkt interreligiöse und interkulturelle Kompetenz.

Unter Berücksichtigung der demografischen Zusammensetzung und Entwicklung der Bevölkerung wird deutlich, dass Deutschland von einer multikulturellen, multiethnischen und multireligiösen Vielfalt geprägt ist, die in Zukunft noch zunehmen wird. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Klientel im psychotherapeutischen Praxisalltag wider. Migration und Interkulturalität stellen komplexe Herausforderungen an den Problembereich Psychotherapie.

Dr. Ali Kemal Gün stellt in seinem Buch das Thema am Beispiel ausgewählter Kulturkreise praxisrelevant dar und hilft Fachkräften in interkulturellen Überschneidungssettings, effektiver zu arbeiten.

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ViSdP: Osman Okkan  Ausgabe: 1. Februar 2018