Globales Lernen

Was ist eigentlich Globales Lernen?

Vereinfacht könnte man sagen: Globales Lernen ist die pädagogische Antwort auf die Probleme und Herausforderungen der Globalisierung. Aber Globales Lernen ist nicht nur eine Antwort, also eine Reaktion. Es ist ein Bildungkonzept, das Menschen befähigen soll, die Welt jetzt und in Zukunft verantwortlich und werteorientiert mit zu gestalten. Zu diesen Werten gehören weltweiter Frieden, soziale Gerechtigkeit, Verwirklichung der Menschenrechte und ökologische Tragfähigkeit.

Globales Lernen entwickelte sich u. a. aus der entwicklungspolitischen Bildung und der Friedenspädagogik, der Menschenrechtserziehung, der interkulturellen Erziehung und der Umweltbildung. Es verbindet Elemente aus verschiedenen Bildungsentwürfen und entwickelt sie weiter. Globales Lernen ist ein Konzept, das ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Entwicklungsdimensionen einbezieht und die weltweite Perspektive mit dem Blick auf das nahe Lebensumfeld verknüpft. Durch aktivierende, handlungsorientierte Methoden geht es über die rein kognitive Vermittlung von Inhalten hinaus und zielt auf die Förderung von Partizipationskompetenzen.

Globales Lernen fußt auf dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung trägt zur Verwirklichung der Sustainable Development Goals und des Weltaktionsprogramm bei.

Der Verband der Entwicklungspolitik der Deutschen Nichtregierungsorganisationen e.V. VENRO schreibt im Jahr 2014 in seinem Diskussionspapier „Globales Lernen als transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung“: „Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung bildet den ethischen Bezugsrahmen des Globalen Lernens und ist das verbindende Element der vielfältigen BNE-Ansätze und Akteursszenen für das Verständnis des globalen Wandels und die Gestaltung der Globalisierung. […] . Wichtig ist, dass es ist im Globalen Lernen / in der BNE – anders als in der Politik – nicht primär um ein streng normativ zu verstehendes Nachhaltigkeitsparadigma im Sinne exakt definierter Leitplanken und Grenzen der Tragfähigkeit geht, sondern um ein Leitbild, das für selbstverantwortetes Urteilen und Handeln Orientierung gibt. Er ist offen für individuelle Werte und Wertungen, die es gilt mit den universellen Prinzipien der Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Die Herausforderung liegt in der Komplexität des Modells und in dem Umstand, dass nur eine ganzheitliche, kohärente Betrachtung zu zukunftsfähigen Lösungen führen kann. Das Nachdenken und der Diskurs über Nachhaltigkeit ist für Globales Lernen/BNE ein lebenswichtiges Leitmotiv. Sowohl für die Analyse als auch für das Bewerten und Handeln sollte die Orientierung an diesem Bezugsrahmen zum selbstverständlichen Hintergrund werden. Davon sind wir weit entfernt. Es gibt allerdings täglich zahllose Anwendungsanlässe, uns diesem Ziel zu nähern.“

Zur Stärkung des Globalen Lernens an Schulen wurde im Juni 2007 von der Kultusministerkonferenz der „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ veröffentlicht. Er enthält Hilfen und Anregungen für den Unterricht und empfiehlt ausdrücklich eine weiter gehende Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnern.

Im Juni 2015 erschien eine zweite erweiterte Auflage des Orientierungsrahmens.
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2015/2015_06_00-Orientierungsrahmen-Globale-Entwicklung.pdf

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